| Häufig ersetzen
sie Nadel und Faden
Die wohl bekannteste Art der Anwendung von Klebstoffen in
der Medizin ist das Pflaster. Es dient der Wundstillung, dem Schutz vor
Infektionen frischer Wunden und es wird ebenfalls als Medikamenten-Depot
(z.B. Raucherpflaster) verwendet.
Aber auch der menschliche Körper produziert Klebstoff. Ein natürlicher Klebstoff des Blutes ist das Fibrin, dessen Vorstufe,
das Fibrogen, mit einem weiteren Blutbestandteil, den Trombozyten, bei Verletzungen
zum Wundverschluß führt, indem es eine Kruste bildet. Bereits
seit den 70er Jahren werden diese Bestandteile aus natürlichem Blut
isoliert und bei Operationen als Klebstoff verwendet.
Ihren Einsatz finden diese Fibrinklebstoffe bei Magen-
und Darmoperationen und zur Blutstillung bei Herzoperationen. Da es sich
um natürliche Stoffe handelt, die der Körper auch selbst produziert,
wird der Klebstoff nach einiger Zeit vom Körper wieder abgebaut.
Gelenkprothesen werden in die Knochen geklebt. Dabei muß der verwendete
Klebstoff die Haftung der unterschiedlichen Materialien wie Knochen, Metall
und Kunststoff garantieren. Er muß aber gleichzeitig elastisch genug
sein, um entstehende Kräfte von der Prothese auf den Knochen übertragen
zu können. Beim normalen Laufen drückt das 5fache und bei Springen
das 8fache Körpergewicht auf die Hüfte. In der Zahnmedizin werden Brücken, Kronen, Verblendschalen und Inlays
dauerhaft geklebt.
Für diese
Klebstoffe gilt es nahezu Wunder zu vollbringen: Sie
müssen dauerhaft verbinden, stark genug sein, die tonnenschweren Kräfte,
die beim Kauen entstehen, auszuhalten und schließlich werden sie täglich
Temperaturschwankungen von 5 bis 55 °C sowie dem Angriff von Bakterien
aus dem Speichel ausgesetzt.
Klebstoffe ermöglichen die Produktion jeder Art von Hygieneartikeln
wie Windeln, Einlagen, OP-Tüchern und das für uns selbstverständlich
gewordene Papiertaschentuch. Sie finden ebenfalls Verwendung bei der Konfektionierung
von Medikamenten in Blisterverpackungen, um die Tabletten vor Feuchtigkeitseinflüssen,
Schmutz und Bakterien zu schützen.
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