Zielsetzung
Die Mitglieder des Industrieverband Klebstoffe e.V. verfolgen das
Ziel, Produkte und Systeme zu entwickeln und zu vermarkten, die ihren
Kunden einen besonderen Nutzen bieten. Dazu gehört die stete
Verbesserung der Produktsicherheit, des Umwelt- und Gesundheitsschutzes
sowie der Arbeitssicherheit. Die Mitglieder des Industrieverband Klebstoffe
e.V. ermutigen ihre Lieferanten und Abnehmer, gleiche Umweltschutz-
und Sicherheitsstandards anzustreben.
Dialog
Der Industrieverband Klebstoffe e.V. und seine Mitglieder führen
und fördern auf nach innen und außen gerichteten Ebenen
einen intensiven Dialog über Fragen und Probleme im Hinblick
auf Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz. Sie informieren sachlich
offen und dem Kenntnisstand nach umfassend.
Verantwortung
Als Mitglieder des Verbandes der Chemischen Industrie bekennen sich
die im Industrieverband Klebstoffe e.V. organisierten Hersteller von
Kleb- und Klebrohstoffen zu der Charter für die "Nachhaltige
Entwicklung" (Sustainable Development) ebenso wie zu den Prinzipien
des "Verantwortlichen Handelns" (Responsible Care ®
).
Produktinformation
Die Mitglieder des Industrieverband Klebstoffe e.V. verpflichten sich,
verantwortungsbewusst über ihre Produkte und deren Eigenschaften
zu informieren, um damit Gesundheitsrisiken und Umweltgefahren bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch der Produkte nach bestem Wissen
zu vermeiden.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Gesetzliche Vorschriften und behördliche Auflagen im Hinblick
auf die Produktion, die Kennzeichnung und das Inverkehrbringen von
Klebstoffen verstehen die Mitglieder des Industrieverband Klebstoffe
e.V. als Mindeststandard.
Ressourcenschonende Verfahren und Produkte
Die Vermeidung, Verminderung bzw. die Verwertung von Abfällen
hat Vorrang vor der ordnungsgemäßen Deponierung oder Verbrennung.
Die schonende Nutzung knapper Ressourcen wird stets weiterentwickelt.
Die Gestaltung von Produktionsverfahren und Produkten erfolgt in diesem
Sinne.
Vorbild Natur
- Vor 150 Millionen Jahren waren die Soldaten
primitiver Termitenstämme mit säbelartigen Kiefern ausgerüstet.
30 Millionen Jahre später trat über den Kieferzangen
ein düsenähnliches Gebilde aus dem Kopf hervor. Die
höchstentwickelte Form eines Termitenkopfes ist inzwischen
stromlinienförmig: Eine einzige große Düse wächst
aus dem Kopf. Eine Klebstoff-Düse. Viele Tiere und Pflanzen
setzen Kleb- und Baustoffe ein, die mit unseren modernen eng verwandt
sind.
- Termiten legen mit klebrigem Sekret nicht
nur Angreifer lahm. Mit ihrem Speichel mischen sie auch ihr Baumaterial
aus Erde, Holz und zerkautem Pflanzenmaterial an. Manche Arten
errichten daraus bis zu sieben Meter hohe, betonartig feste Türme.
Schwalben bauen ihre Nester aus einem Mörtel, den sie aus
Erdkrumen und Speichel gewinnen.
- Bienenwachs verhält sich im Prinzip
wie technische Schmelzklebstoffe. Es besteht aus langkettigen
Molekülen, die bei der Körpertemperatur der Biene ineinander
verhakt, aber gut beweglich sind – ohne Lösemittel
ist das Wachs flüssig und formbar. Kühlt es ab, erstarrt
das Gewirr aus Molekülketten – es wird fest.
- Die sperlingsgroßen Kleiber bauen
verlassene Spechthöhlen für sich um, indem sie mit einer
Mischung aus Lehm und Speichel den Eingang verkleinern. Die künstliche
Wand hält sogar Marderkrallen stand.Feldwespen gewinnen ihren
Nestklebstoff dadurch, dass sie Holzspäne fressen: Zunächst
zerkleinern sie die Zellulosefasern mechanisch, dann durch ihr
Verdauungssekret chemisch weiter. Der entstehende Zellulose-Brei
ist dem Tapetenkleister ähnlich.
- Der Sonnentau, eine fleischfressende
Pflanze, fängt seine Nahrung mit Hilfe von Klebstoff-Tröpfchen,
an denen Insekten hängenbleiben. Der Klebstoff hält
die Beute zwar fest, härtet aber nicht aus – wie ein
Haftkleber..
- Bestimmte Muschel- und Krebsarten setzen
sich mit Hilfe von Klebstoffen an Felsen oder Schiffsrümpfen
fest. Diese Klebstoffe härten unter Wasser aus. In der pflanzlichen
Gummimilch haben Dispersionskleber ihr natürliches Pendant.
Große Moleküle unlöslicher klebender Stoffe werden
in Wasser in der Schwebe gehalten. Entweicht das Wasser in das
umgebende Material, fließen die Klebeteilchen zusammen und
bilden einen festen, homogenen Film. Der Mensch, letztlich ja
ebenfalls ein Stück Natur, hat solche Prinzipien nicht nur
weiterentwickelt – er darf sich daneben auch ein paar ganz
eigene, beispiellose Erfindungen zugute halten. Kontaktkleber
etwa kennt die Tier- und Pflanzenwelt nicht.
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