Sie benötigen
einen Realplayer zur Videobetrachtung!
Dispersionsklebstoffe
Wenn man z.B. zwei Holzteile miteinander verbinden will, eignet
sich ein Dispersionsklebstoff hervorragend. Der besteht zu einem
großen Teil aus Wasser. Der Klebstoff selbst ist ein Feststoff.
Er wird (ähnlich wie Schmutzteilchen im Spülwasser) von
Tensiden in einem Knäuel ("Micelle") im Wasser in
der Schwebe gehalten.
Wenn der Klebstoff aufgetragen wird, zieht das Wasser ins Holz.
Dadurch brechen die Tensidkäfige auf und die fadenförmigen,
"aufgeknäulten" (ziemlich langen) Klebstoffmoleküle
"strecken" sich aus. Durch das heraus-
ziehende Wasser schrumpft die Klebstofffuge insgesamt um die Hälfte.
Die Klebstoffketten legen sich dadurch eng aneinander. Die Adhäsion
an Holz klappt besonders gut, weil
der Klebstoff so genannte "polare" Stellen aufweist. Die
lagern
sich wiederum bevorzugt an den polaren Gruppen der Cellulose an.
Holz besteht zu einem großen Teil aus Cellulose.
Wenn es mit der Klebung besonders schnell gehen soll, sind Sekundenklebstoffe
die erste Wahl.
Der Klebstoff im Sekundenkleber wird erst während der Klebung
aus kleinen Einzelteilchen zusammengebaut. Der Klebstoff besteht
aus diesen kleinen Bauteilchen, die durch eine Säure vor dem
Zusammengehen geschützt sind. Wenn die beiden Klebteile zusammengepresst
werden, reichen Spuren von Luftfeuchtigkeit an den Oberflächen
aus, um einige Säureteilchen zu neutralisieren. Das setzt eine
Reaktion in Gang, in der aus kurzen Molekülbauteilen lange
Klebstoffmoleküle werden. Diese wachsen von der Werkstoffoberfläche
aus in die Mitte und hinein auf die
andere Seite der Klebefuge. Wenn die Ketten eine gewisse
Länge erreicht haben erhärten sie.
In den Allesklebern steckt derselbe Klebstoff wie im Holzleim -
nämlich Polyvinylacetat. Die Ketten sind aber viel kürzer.
30% des Klebstoffs sind in 70% Lösemitteln gelöst; d.h.
sie sind von den Lösemitteln vollständig ummantelt, so
dass sie nicht aneinander kleben können.
Wenn die Lösemittel verdampfen, zieht sich die Klebstofffuge
stark zusammen. Die langen Molekülketten zusammen lagern sich
aneinander und haften zusammen.
Klebestifte sind sehr praktisch. Gerade im Büro kann man schnell
und problemlos Papier kleben.
In Klebestiften wirken verschiedene Klebstoffe - je nach Hersteller.
Einer davon ist z.B. der Zungenbrecher "Polyvinylpyrrolidon".
Ein anderer besteht aus teilweise abgebauter Stärke. Auch Stärke
besteht aus langen Molekülketten, die daher eine Klebewirkung
haben. Damit der Klebstoff überhaupt vom Stift auf das Papier
gerieben werden kann, dürfen die Klebemoleküle sich nicht
berühren. Dafür nutzt man einen Trick:
Der Klebestift besteht zur Hälfte aus Wasser. Man erhitzt es
und löst darin Seife (Natriumstearat) sowie Abbauprodukte von
natürlicher Stärke. Beim Erkalten wird daraus "fast"
ein Feststoff. Durch das Reiben des Stiftes wird der sehr zähflüssige
Klebstoff besonders gut in die rauhe Oberfläche des Papiers
hinein gedrückt. Das Wasser zieht ein. Insgesamt schrumpft
die Klebstofffuge dadurch um die Hälfte. Die Klebewirkung ergibt
sich aus der Haftung der polaren Gruppen zwischen Stärke und
Papier sowie den langen verknäulten Ketten.