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IVK_Kleben_fuers_Leben_2016

Europäischen Union über 1,2 Millionen Tonnen ausrangierter Schuhe in den Müll. Immer mehr Verbraucher fordern daher nachhaltige Schuhe aus Recyclingmaterial. Die Industrie reagiert mit einer Fülle an ökologisch verträglichen Lösungen, zum Beispiel Sneakern aus Zeitungsresten, Sohlen aus Reishülsen oder Innenflächen aus Hanf. Klebstoffe in Schuhen Inzwischen haben Öko-Schuhe eine identische Lebensdauer, ähnlichen Komfort und sogar einen vergleichbaren Preis wie konventionelle Treter. Auch beim Fertigungsprozess gibt es kaum Unterschiede: Egal, ob bio oder nicht – fast alle Schuhe werden geklebt. Dafür kommen Spezialklebstoffe aus unterschiedlichen Rohstoffen zum Einsatz. Für Klebungen im Schuhinnenbereich dienen in der Regel Synthese- Kautschuk-Klebstoffe und Dispersionsklebstoffe. Die Verbindung zwischen Schuhoberteil und Brandsohle, auch „Zwicken“ genannt, wird in der Regel mit Polyamid- oder Polyester-Schmelzklebstoffen ausgeführt. Ein Lübecker Hersteller geht einen anderen Weg: Zur Herstellung seiner Sneaker setzt er Naturkautschuk – oder genauer gesagt gummihaltige Latexmilch – als Klebstoff ein. Diese lässt sich aus der Rinde des Kautschukbaumes „Hevea Brasialiensis“ gewinnen. Der Milchsaft wird durch Beimischen von Naturharzen zu einer klebrigen Masse weiterverarbeitet und auf die zu fügenden Elemente aufgetragen. Nach einigen Minuten Trocknungszeit können die Kontaktflächen aufeinandergedrückt und somit geklebt werden. Das Naturkautschuk-Gemisch ist biologisch abbaubar. Schuhe, die Latex-Klebstoffe enthalten, können bedenkenlos kompostiert werden. Einzige Voraussetzung: Alle weiteren Schuhkomponenten sind ebenfalls recycelbar. Nach wenigen Monaten industrieller Kompostierung ist vom Schuh nichts mehr übrig. 12_Kleben fürs Leben © zappblinki – Fotolia.com


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