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IVK_Kleben_fuers_Leben_2016

Kleben fürs Leben_45 Das Zeitalter der traditionellen Aschebahnen ist längst vorbei. Überall in der Bundesrepublik sprießen Kunststofflaufbahnen aus dem Boden. Die oftmals charakteristisch blauen Hochleistungsbeläge, wie sie beispielsweise im Berliner Olympiastadion zu finden sind, sehen nicht nur außergewöhnlich aus. Sie sollen auch außergewöhnlich schnell sein. Sprint- Legende Usain Bolt schwört jedenfalls auf die speziellen Eigenschaften der Laufbahn. Kein Wunder, schließlich stellte er 2009 in Berlin seine fabelhaften Weltrekorde über 100 Meter (9,58 Sekunden) und 200 Meter (19,19 Sekunden) auf. An seinem Wohnort in Jamaika ließ er sich daraufhin sogar seine eigene blaue Kunststofflaufbahn zu Trainingszwecken errichten. Da kommt die berechtigte Frage auf: Was macht diesen Belagtyp so besonders? So setzt sich der blaue Laufbahn- Belag Der Belag besteht aus einer vorgefertigten Basis- bzw. Elastikschicht und einer vor Ort aufgetragenen Nutzschicht. Aufgrund seiner Zusammensetzung aus zwei Hauptkomponenten wird er auch als Hybridboden bezeichnet. Dank modernster Produktionsmethoden lässt sich der Hightech-Belag je nach Einsatzzweck in hunderten Formulierungen herstellen. Dies betrifft neben der Auswahl der Basismaterialien – das sind unter anderem Polyurethan Bindemittel (PUR) und Granulate – die Raumdichte, die Weiterverarbeitung und weitere Zusatzstoffe. Die Materialien, aus denen sich die Elastikschicht zusammensetzt, werden unter 120 Tonnen Druck in Jumbo- Stahlzylindern verdichtet. Hierdurch lässt sich ein stabiles, gleichmäßiges PUR-Gummigemisch erzeugen. Das zylinderförmige, ausreagierte PURGummimaterial wird dann auf Spezial- Schälanlagen mit einer Dickenabweichung von +/- 0,01 Millimeter in den gewünschten Dicken aufgeschält. Es entstehen Elastikbahnen von exakter Dicke und Abmessung. Was sie von herkömmlichen Laufbahnen unterscheidet: Die wichtigste Eigenschaft der blauen „Wunderbahn“ ist ihr Kraftabbau, also ihre Elastizität. Ein Teil der abgebauten Kraft wird von dem Belag absorbiert. Der andere Teil wird durch Rückfederung wieder an den Sportler zurückgegeben. Auf diese Weise lässt sich der Bewegungsapparat effektiv entlasten, um trainingsbedingten Verletzungen, Schmerzen und Verschleißerscheinungen vorzubeugen. Zudem wirkt die Elastizität dieser Kunststoffbahn Ermüdungserscheinungen entgegen, die bei langem Training auftreten. Klebstoffe kompensieren Spannungen Der fertig produzierte Hochleistungsbelag wird ausgerollt und fixiert. Die Verlegung erfolgt mit einem speziell entwickelten 2-Komponenten-Polyurethan Klebstoff, der Spannungen zwischen Gummi und Asphalt bzw. Beton aufnehmen und kompensieren kann. Der Klebstoff wird zunächst per Hand mit einem Spachtel auf eine gebundene Tragschicht (wasserundurchlässiger Asphalt auf Schotter) aufgetragen. Darüber kommt die Bahnenware, die mit PUSpachtelmasse abgespachelt und anschließend mit einer PU-Beschichtung versehen wird. Die letzte Schicht bildet das Gummi-Granulat, das der Bahn ihre charakteristisch blaue Farbe verleiht. Damit die Laufbahn auch nach Jahren noch im Top-Zustand ist und der Belag sich nicht vom Boden löst, muss der Klebstoff höchsten Beanspruchungen dauerhaft standhalten. Das gilt vor allem in den sogenannten „high stress areas“, also dort, wo die Sprinter beispielsweise die ersten Schritte machen, nachdem sie aus den Startblöcken wie von Katapulten geschossen losrennen. Der eingesetzte Klebstoff muss daher sehr stabil, hitze- und kältebeständig sein. Zudem darf er nicht verspröden. lich An Belag zusammen chung Es Abmessung Damit die Laufbahn auch nach Jah- © BSW Berleburger Schaumstoffwerk GmbH


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