Industrieverband Klebstoffe e.V.
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Haftklebstoffe

sind nicht-aushärtende Klebstoffe, die nach der Fertigstellung der Klebstoff-Masse (Synthese, Teilvernetzung, etc.) ihren chemischen Zustand (Zusammensetzung, Molekulargewicht und -verteilung) bis zum Zeitpunkt der Verklebung, während des Verklebungsvorgangs und in der Anwendung selber nicht verändern.

 

Innerhalb der Anwendungstemperatur verfügen sie über eine permanente Oberflächenklebrigkeit (Tack). Diese Klebrigkeit ermöglicht die Verklebungen durch leichten Anpressdruck, ohne Zuführen von Energie und z.T. mehrmaliges Verkleben. Kräfte können spontan übertragen werden. Typisch für Haftklebstoffe ist ein dynamischer Adhäsionsaufbau, der je nach Haftklebstofftyp, Temperatur und Anpressdruck sowie -dauer wenige Minuten bis mehrere Tage betragen und zu einer unterschiedlich hohen Endfestigkeit führen kann. Die Eigenschaften einer Haftklebstoff-Klebung werden entscheidend durch das visko-elastische und -plastische Verformungsverhalten unter Last bestimmt, z.B. das Kriechen bei Langzeitbelastung.

 

Haftklebstoff-Systeme bestehen meistens aus einem funktionalen Träger der ein- oder beidseitig mit einer Haftklebstoff-Masse ausgestattet ist, deren Form nicht auf Klebstoff-Filme, d.h. ein- oder doppelseitige Haftklebebänder, beschränkt sein muss. Ein funktionaler Träger dient u.a. der mechanischen Stabilität und Festigkeit der Klebstoff-Masse und kann innerhalb einer Klebung verschiedene Aufgaben, wie z.B. mechanische Dämpfung, den Ausgleich von unterschiedlichen Materialausdehnungen, thermische oder elektrische Isolation usw., übernehmen. Typische Materialien sind Papier, Polymerschäume, -folien, Metallfolien, Metall- und Kunststoffhalbzeuge. Prinzipiell können aber eine Vielzahl von technischen und natürlichen Materialien direkt oder mittels Transfer-Filmen zum Haftklebstoff-System aufgebaut werden. Transferklebebänder sind eine weitere Anwendungsform und bestehen aus trägerlosen Haftklebstoff-Filmen.

 

Nach der Anwendungsart kann man folgende Produkttypen unterscheiden:

  • wiederverklebbare Produkte: geringe Klebkraft, das Klebstoff-System wird beim Ablösen nicht beschädigt, z.B. Haftnotizzettel, Verschluss-Klebungen (z.B. bei Papiertaschentuch-Verpackungen), etc.
  • lösbare Produkte: mittlere bis hohe Klebkraft, lassen sich rückstandsfrei entfernen, meistens einmaliger Gebrauch, Haken- und Poster-Befestigungssysteme, Wundpflaster und Transdermale Therapeutische Systeme (z.B. Nikotinpflaster), Aufkleber, Etiketten, selbstklebende Folien, Verpackungsbänder usw.
  • permanent klebende Produkte: Klebkraft ist für semistrukturelle Anwendungen ausreichend, z.B. Außenspiegel, Schutzleisten, Dämpfungs-Versteifungselemente im Fahrzeugbau, Spiegelklebungen, Anwendungen im Fenster- und Fassadenbau, Mobiltelefone etc. oder selbstklebende Produkte, die beim Ablösen bewusst sichtbar verändert oder zerstört werden sollen, wie z.B. Typenschilder, TÜV-Plaketten etc.

 

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