Industrieverband Klebstoffe e.V.

Nachhaltigkeit & Umwelt

 

Seit einigen Jahren gilt der Begriff der Nachhaltigkeit als Ideal für eine zukunftsfähige, anhaltende Entwicklung. Die Bedürfnisse der heutigen Generation müssen befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Um verantwortlich zu handeln und eine intakte ökologische, soziale und ökonomische Struktur zu hinterlassen, dürfen wir heute keine Produkte und Verfahren verwenden, die sich später als schwer reparabler Schaden oder Belastung herausstellen. Dazu müssen Faktoren aus Umwelt, Kultur und Wirtschaft berücksichtigt werden. Nachhaltigkeit ist demnach untrennbar mit der Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber der Menschheit und ihrem Lebensraum verbunden.

Die gesellschaftlich und politisch forcierte Diskussion der Nachhaltigkeit ist derzeit ohne Zweifel eines der Top-Themen, welches für die Klebstoffindustrie aus verschiedenen Gründen wichtig ist und daher auch intensiv begleitet wird. Für die Klebstoffindustrie werden sich Opportunitäten und wichtige Marktpotenziale erschließen, wenn im Zuge der Nachhaltigkeitsdiskussion hochenergetische Fügeverfahren wie z.B. das Schweißen oder das Löten kritisch hinterfragt und nötigenfalls auch ersetzt werden müssen. Technologisch betrachtet ist die moderne, berechenbare und zuverlässige Klebtechnik heute durchaus in der Lage herkömmliche und energiekonsumierende Fügetechniken abzulösen.

Darüber hinaus liefert die Klebtechnik bereits heute einen nicht unerheblichen Beitrag zur Nachhaltigkeit:

Wärmedämmsysteme, Rohrisolierungen oder Isolierglasfenster sind nur durch den Einsatz moderner Kleb- und Dichtstoffe möglich. Solarpaneele und die Rotorblätter von Windkrafträdern können ohne Klebstoffe nicht produziert werden. Überhaupt gestatten Klebstoffe  die Herstellung ökoeffizienter Produkte – im Flugzeug-, Automobil- oder Schiffsbau setzen die Ingenieure zunehmend mehr auf Leichtbauweisen, sogenannten „Multimaterial Designs“, die in aller Regel weder geschweißt noch gelötet, geschraubt oder genagelt werden können. Hier kommt den Klebstoffen eine sprichwörtlich  tragende Rolle zu.

Vorbild Natur

  • Vor 150 Millionen Jahren waren die Soldaten primitiver Termitenstämme mit säbelartigen Kiefern ausgerüstet. 30 Millionen Jahre später trat über den Kieferzangen ein düsenähnliches Gebilde aus dem Kopf hervor. Die höchstentwickelte Form eines Termitenkopfes ist inzwischen stromlinienförmig: Eine einzige große Düse wächst aus dem Kopf. Eine Klebstoff-Düse. Viele Tiere und Pflanzen setzen Kleb- und Baustoffe ein, die mit unseren modernen eng verwandt sind.
  • Termiten legen mit klebrigem Sekret nicht nur Angreifer lahm. Mit ihrem Speichel mischen sie auch ihr Baumaterial aus Erde, Holz und zerkautem Pflanzenmaterial an. Manche Arten errichten daraus bis zu sieben Meter hohe, betonartig feste Türme. Schwalben bauen ihre Nester aus einem Mörtel, den sie aus Erdkrumen und Speichel gewinnen.
  • Bienenwachs verhält sich im Prinzip wie technische Schmelzklebstoffe. Es besteht aus langkettigen Molekülen, die bei der Körpertemperatur der Biene ineinander verhakt, aber gut beweglich sind – ohne Lösemittel ist das Wachs flüssig und formbar. Kühlt es ab, erstarrt das Gewirr aus Molekülketten – es wird fest.
  • Die sperlingsgroßen Kleiber bauen verlassene Spechthöhlen für sich um, indem sie mit einer Mischung aus Lehm und Speichel den Eingang verkleinern. Die künstliche Wand hält sogar Marderkrallen stand. Feldwespen gewinnen ihren Nestklebstoff dadurch, dass sie Holzspäne fressen: Zunächst zerkleinern sie die Zellulosefasern mechanisch, dann durch ihr Verdauungssekret chemisch weiter. Der entstehende Zellulose-Brei ist dem Tapetenkleister ähnlich.
  • Der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, fängt seine Nahrung mit Hilfe von Klebstoff-Tröpfchen, an denen Insekten hängenbleiben. Der Klebstoff hält die Beute zwar fest, härtet aber nicht aus – wie ein Haftkleber.
  • Bestimmte Muschel- und Krebsarten setzen sich mit Hilfe von Klebstoffen an Felsen oder Schiffsrümpfen fest. Diese Klebstoffe härten unter Wasser aus. In der pflanzlichen Gummimilch haben Dispersionskleber ihr natürliches Pendant. Große Moleküle unlöslicher klebender Stoffe werden in Wasser in der Schwebe gehalten. Entweicht das Wasser in das umgebende Material, fließen die Klebeteilchen zusammen und bilden einen festen, homogenen Film.

 

Der Mensch, letztlich ja ebenfalls ein Stück Natur, hat solche Prinzipien nicht nur weiterentwickelt – er darf sich daneben auch ein paar ganz eigene, beispiellose Erfindungen zugutehalten. Kontaktkleber etwa kennt die Tier- und Pflanzenwelt nicht.

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