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IVK_Kleben_fuers_Leben_2015

Medizin/-technik Klebstoff statt Nadel und Faden Ob Zahnimplantate, innovative Prothesen oder „schlaue“ Pflaster – der Einsatz von modernen Klebstoffen ermöglicht neue Anwendungsgebiete in der Medizintechnik. Die Umsetzung einer weiteren, revolutionären Idee steht bereits in den Startlöchern: Der weltweit erste synthetische und biologisch Sunt, odit quis mo cum abbaubare Gewebeklebstoff, der beim Schließen von Wunden Nadel und Faden ersetzen wird. Kleben fürs Leben_29 Medizinklebstoffe auf Fibrinbasis sind in Krankenhäusern bereits erfolgreich im Einsatz, zum Beispiel bei Magen- und Darmoperationen aber auch zur Blutstillung bei Herzoperationen. Hinzu kommt bald ein neues Anwendungsgebiet: Das Schließen von Schnitt- und Platzwunden mithilfe des ersten synthetisch hergestellten und zugleich biologisch abbaubaren Wundklebstoffes, der die hohen Anforderungen der Chirurgen erfüllen kann. Das Prinzip ist denkbar einfach und funktioniert in der Praxis so, wie herkömmliche Klebverfahren. Der durchsichtige, flüssige Polyurethan- Klebstoff wird aus einer Zweikammerspritze präzise und exakt dosiert auf die Wunde aufgetragen und versiegelt diese dann, indem er dank eines Spezialhärters innerhalb von 20 Sekunden aushärtet – so schnell wie kein anderer Medizinklebstoff. Die Klebnaht ist ex trem reißfest, beweglich und elastisch. Aufgrund dessen eignet sich der Gewebeklebstoff auch für Wunden, die unter starker Spannung stehen. Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, löst sich der dünne, hautverträgliche Klebstofffilm selbst auf. Die Vorteile sind vielfältig Ein wesentlicher Vorteil liegt in der ver hältnismäßig geringen Narbenbildung im Vergleich zum Nähen. Da der menschliche Körper den biologischen Medizinklebstoff selbst abbaut, wird auch das lästige Fädenziehen schon bald der Vergangenheit angehören. Zudem bietet der innovative Werkstoff deutlich mehr Elastizität als dies bei herkömmlich genähten oder geklammerten Wunden der Fall ist. Darüber hinaus reduziert sich aufgrund des dichten Wundverschlusses ebenso das Infektionsrisiko durch eindringende Keime. Heiße Phase der Markteinführung eingeläutet Die Zulassung einer ersten Produktvariante des Gewebeklebstoffes steht kurz bevor. Voraussichtlich können Ärzte in Krankenhäusern noch in diesem Jahr zur Klebstoffspritze anstatt zu Nadel und Faden greifen, um Schnitt- und Platzwunden sicher zu verschließen. Ebenso vorstellbar ist auch, dass das Klebstoffsystem in Zukunft im Körper angewendet wird, also beispielsweise um verletzte Organe zu kitten oder kleinere Blutungen zu stoppen. Erste Versuche waren bereits erfolgreich. Damit Chirurgen im OP-Saal auf den neuartigen Werkstoff zurückgreifen können, ist allerdings noch einige Entwicklungsarbeit zu leisten. © MAR - Medical Adhesive Revolution


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