Page 44

IVK_Kleben_fuers_Leben_2015

richtiges Papier zur Herstellung ihrer Geldscheine. Sie fertigten das Zahlungsmittel aus einem Gemisch aus Baumrinde, Hanf und Stoffresten an, um es reißfester und langlebiger zu machen. Ähnlich verhält es sich mit den heutigen Banknoten. Sie erhalten ihre Festigkeit durch Baumwolle – genauer gesagt durch die kurzen Samenhaare der Baumwollpflanze, die gepresst und mit Füll-, Farb- und Klebstoff vermischt werden. Unter anderem sorgen also Klebstoffe dafür, dass aus Baumwolle scheinbar unverwüstliche „Papierbögen“ entstehen, die dann in die Notendruckereien und schließlich unsere Portemonnaies gelangen. Zu den Neuheiten beim Gelddruck gehören übrigens „Hybrid-Banknoten“ mit einem Kern aus Baumwolle, der mit Folie überzogen wird. Vorteil dieser Technik ist unter anderem, dass Flüssigkeiten von der Oberfläche abperlen und die Banknoten nicht leicht eingerissen werden können. Fünf Jahre für hohe Noten Wie lange eine Banknote lebt, hängt vor allem vom Wert des Geldscheins ab. Kleine Geldscheine wie der Fünf- oder Zehn-Euro-Schein werden viel benutzt und angefasst. Deshalb haben sie die kürzeste Lebensdauer: Im Schnitt werden sie nach sechs Monaten von der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Verkehr gezogen. Deutlich länger, nämlich rund zwei Jahre, sind 50-Euro-Noten im Umlauf. Am längsten leben die hohen Banknoten mit einem Wert von 200 oder 500 Euro. Sie heißen im Expertenjargon „Saving notes“ (Sparbanknoten), weil sie überwiegend im Tresor oder der Brieftasche aufbewahrt und kaum beansprucht werden. Durchschnittlich sind diese Geldnoten fünf Jahre lang im Einsatz. Fazit: Erst dank Klebstoffen werden Banknoten zu Überlebenskünstlern. 44_Kleben fürs Leben


IVK_Kleben_fuers_Leben_2015
To see the actual publication please follow the link above