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Polymilchs äure für Haftklebstoffe Haftklebstoffe (Klebstoffe, die eine „unendlich“ lange offene Zeit haben) weisen besondere Klebeigenschaften auf und müssen zum Teil hohen Anforderungen gerecht werden. Sie müssen auch bei Raumtemperatur klebfähig sein und sich bei bestimmten Anwendungen wieder rückstandsfrei ablösen lassen. Leichter Anpressdruck genügt damit die Klebstoffe auf fast allen Materialien haften bleiben. Demnächst könnte es Haftklebstoffe aus dem Rohstoff Polymilchsäure geben. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT arbeiten an einem Haftklebstoff für industrielle Anwendungen. Derzeit bilden häufig erdölbasierende Rückgratpolymere die Basis von Haftklebstoffen. Die Forscher versuchen nun ein Rückgratpolymer aus Polymilchsäure zu entwickeln. Die dafür gebrauchte Milchsäure, hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen, wird im industriellen Maßstab produziert und lässt sich günstig herstellen. Ein weiteres Projekt, an dem die UMSICHT-Wissenschaftler arbeiten sind kompostierbare Klebstoffe für Verpackungen. Dabei setzen die Forscher hauptsächlich auf wasserbasierte Dispersionsklebstoffe. Ziel der kompostierbaren Klebstoffe: Die gleichen hohen Qualitätsanforderungen erreichen, wie die der heute eingesetzten Kaschierklebstoffe, die derzeit für Verpackungen genutzt werden. Kleben fürs Leben_35 © Pixel Embargo / Fotolia.com © HamsterMan / Fotolia.com © Lev / Fotolia.com Es gibt kaum noch eine moderne Fertigung, die ohne Klebstoffe auskommt. Die meist versteckten täglichen Begleiter befinden sich überall: beispielsweise in Autos, Schuhen, Smartphones, im Bauwesen, in der Medizin und im Haushalt. Die Mehrzahl der heute eingesetzten Klebstoffe wird dabei aus Rohstoffen hergestellt, die auf erdölbasierenden Ausgangsstoffen aufgebaut sind. Der bedeutungsvolle Energieträger könnte allerdings wie andere fossile Rohstoffe auch, in Zukunft zu einem knappen Gut werden. Eine Alternative für die Klebstoffindustrie: Klebstoffe auf natürlicher Rohstoff-Basis. Stärken beispielsweise gehören zu den Naturprodukten, die im Ausgangszustand nicht über Klebeigenschaften verfügen. Erst durch physikalische oder chemische Einwirkungen erlangen sie die entsprechende Beschaffenheit. Klebstoffe auf Basis von abgebauten Stärken, den Dextrinen, können für die Herstellung von Briefumschlägen verwendet werden. Stärke ist ein Polyglucosid und als Energiedepot in Pflanzen angelegt. Stärkeklebstoffe werden unter anderem bei der Wellpappenherstellung verwendet. Auch Rohstoffe mit tierischem Ursprung haben ihren Weg in die Klebstoffindustrie gefunden: Kaseinklebstoffe werden beispielsweise bei der Etikettierung von Glasflaschen eingesetzt.


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