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Kleben fürs Leben_41 Egal was wir benötigen, es ist in irgendeiner Form sicher umhüllt, in Tüten, Beuteln, Dosen, Schachteln oder Flaschen. Fleisch und Käse bleiben länger frisch, das Aroma des Kaffees kann nicht entfliehen, abgepackte Suppen bleiben trocken, Milch und andere Getränke laufen nicht aus. Verpackungen ermöglichen uns den Zugang zu den auf dem Markt verfügbaren Produkten. Auch der Transport von der Produktionsstätte in den Markt und schließlich zu uns nach Hause wäre ohne sie undenkbar. Und ohne Klebstoffe gäbe es keine Verpackungen. Eine Vielzahl an Klebstoffen kommt bei deren Herstellung zum Einsatz – abhängig von Funktion, Inhalt und Verwendungszweck. In der Lebensmittelbranche sorgen Verpackungen aus Papier und Karton für eine sichere Hülle für vorwiegend trockene Nahrungsmittel mit langer Mindesthaltbarkeit: Nudeln in Tüten, Kartoffeln im Beutel oder Teebeutel und Cornflakes in geklebten Faltschachteln. Für die Produktion oder bei der Verwendung solcher Verpackungen werden häufig Dispersionsklebstoffe verwendet. Schön kaschiert Nach einem anstrengenden Tag fehlt einem schon mal die Lust zu kochen. Kein Problem, denn mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Fertiggerichten und Tiefkühlkost: Pizza, Lasagne, ja sogar Currywurst und komplette Gerichte können fertig gekauft und lediglich in der Mikrowelle oder im Backofen erwärmt werden. Tief- und hochtemperaturbeständige Klebstoffe ermöglichen die Herstellung der Tiefkühl- und Mikrowellenverpackungen, die aus undurchlässigen Materialien wie Verbundfolien bestehen. Eine kleine Menge an Kaschierklebstoffen (in vielen Fällen circa 1g/m²) reicht zur Herstellung von Verbundfolien aus, die bei einer Geschwindigkeit von bis zu 300 m/min produziert werden. Die Fertigstellung leichter und flexibler Verpackungen ist ohne Kaschierung nicht möglich. Je nach Verpackung und zu klebenden Materialien (Papier, Plastik- oder Aluminiumfolien) werden zwei bis vier Schichten in der Kaschiermaschine mit Hilfe von Kaschierklebstoffen zusammengefügt. Das Ergebnis: ein Verbundmaterial. Saure Saucen, essig- oder andere säurehaltigen Lebensmittel stellen besonders hohe Anforderungen an flexible Verpackungen. Sie können die Verpackungen samt Klebstoffe, mit denen die Verbundfolien kaschiert sind, angreifen. Damit die Beständigkeit von Lebensmittelverpackungen erhöht wird, kommen hier besonders widerstandsfähige Kaschierklebstoffe zum Einsatz. Diese Klebstoffe zeichnen sich nach dem Aushärten durch eine hohe Temperaturbeständigkeit aus. Erfrischung pur! Ein kühler Eistee bei 30 Grad Celsius im Sommer ist eine willkommene Erfrischung. Nur welche Sorte, Zitrone oder Pfirsich? Oder wie wäre es mit einem schönen Glas Wein um den Abend unter Freunden ausklingen zu lassen? Trocken oder süß, aus Frankreich oder Deutschland? Dank des Flaschenetiketts geht der Griff nicht daneben. Denn Etiketten an Getränkeflaschen positionieren nicht nur die Marke, sondern geben Informationen zu Inhalt und Zusammensetzung des Getränks. Für die sichere Verbindung zwischen Etikett und Behälter sorgen Klebstoffe. Doch sie müssen noch weitaus mehr leisten. Die Verwendung von kaseinbasierten Klebstoffen hat sich über die vergangenen Jahrzehnte als Etikettierungsklebstoff etabliert. Sie erfüllen die an sie gesetzten hohen Ansprüche. Die vielseitig einsetzbaren Klebstoffe halten perfekt auf Glasflaschen – egal ob die Oberfläche kalt oder heiß ist, trocken oder nass, die Etiketten aus Papier oder dünnen Aluminiumfolien bestehen, egal ob kondenswasserbeständig oder eiswasserfest gefordert ist, der Halt ist gesichert. Zudem ermöglichen sie eine Wiederverwendung der Glasflaschen. Obwohl sie sich beispielsweise bei Schwitzwasser nicht lösen, können Etiketten bei der Flaschenendreinigung leicht entfernt werden, und das wenig umweltbelastend. Übrigens: Heute werden Flaschenetiketten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80.000 Flaschen pro Stunde aufgeklebt. Die eingesetzten Klebstoffe würden noch höhere Geschwindigkeiten zulassen (bis zu 150.000 Etikettierungen pro Stunde), jedoch limitieren die Füller und der Flaschentransport die Produktionsgeschwindigkeit. Als gleichwertige Alternative wurden in den letzten Jahren kaseinfreie Klebstoffe entwickelt, die neben einer hervorragenden Nassklebkraft auch auf nassen und kalten Glasoberflächen eine gute Haftung aufweisen. Ihre Vorteile: Umweltverträgliche Produktion und eine Rezeptur, die nicht aus Rohstoffen für den Nahrungsmittelbereich besteht. Migration von Kl ebstoffen Wenn Inhaltsstoffe aus dem Klebstoff an das Nahrungsmittel beziehungsweise ins Verpackungsinnere gelangen können, wird von Migration von Klebstoffkomponenten gesprochen. Verpackungsklebstoffe als Bestandteil von Materialien, die im Kontakt zu Lebensmitteln stehen, müssen der EU-Verordnung Nr. 1935/2004 entsprechen. Artikel 3 der Verordnung besagt, dass Materialien und Gegenstände keine Bestandteile abgeben dürfen, die die menschliche Gesundheit gefährden oder das Lebensmittel unakzeptabel verändern könnten. Moderne Verpackungsklebstoffe erfüllen diese Anforderungen.


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