Geopolitische Störungen wichtiger Handelsrouten und Kapazitätsengpässe in Vorstufen erhöhen das Risiko von Lieferausfällen bei Schlüsselrohstoffen.

Die deutsche Klebstoffindustrie sieht die Verfügbarkeit zentraler Rohstoffe und Vorprodukte aufgrund anhaltender Störungen internationaler Lieferketten unter Druck – in Teilen bestehen bereits spürbare Engpässe. Besonders kritisch ist die Lage rund um die Straße von Hormus. Branchenvertreter warnen, dass eine länger andauernde Blockade die Versorgung mit petrochemischen Vorprodukten weiter beeinträchtigen und die zunehmenden Verfügbarkeitsprobleme für die Klebstoffindustrie verschärfen könnte.

Das wirkt sich bereits auf zentrale Vorprodukte und Rohstoffe aus: Unter anderem betroffen ist Vinylacetatmonomer (VAM) – das Vorprodukt für VAE- und PVAc-Dispersionen, sowie Ethylen-Vinylacetat (EVA)-Schmelzklebstoffe. Ebenfalls knapp sind hydrierte Kohlenwasserstoffharze für Polyolefin-Schmelzklebstoffe sowie Polyolefin-Polymere für PO-Schmelzklebstoffe und weitere Harze. Zusätzlich zeigen sich Einschränkungen bei Polyester und Polyether für die Polyol-Herstellung für Polyurethan-Klebstoffe. Auch bei lösemittelbasierten Primern und Klebstoffen gibt es Versorgungsstörungen. Bei Kunststoffen zeigen sich unter anderem bei PE und PP teils deutliche Marktbewegungen, die in nachgelagerten Anwendungen, etwa im Verpackungsumfeld, spürbar werden.

„Die aktuellen Einschränkungen bei der Verfügbarkeit wichtiger Vorprodukte treffen die Klebstoffindustrie an einer zentralen Stelle der Wertschöpfung. Wenn die Stoffströme weiter gestört bleiben, spüren das sehr schnell auch viele Anwenderindustrien. Umso wichtiger sind verlässliche und praktikable bürokratische Rahmenbedingungen, um die Versorgungssicherheit und Produktion nicht zusätzlich zu erschweren“, sagt Ilaria Brillarelli (Wacker Chemie AG), Vorsitzende des Arbeitskreises Rohstoffe im Industrieverband Klebstoffe.

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